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Wenn Kinder trauern

Trauer ist ein individuelles Gefühl. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen.
Es gibt kein vorgegebenes Muster, wie Trauer sein soll. Weinen mit Trauer zu verbinden und nicht weinen mit fehlender Trauer zu assoziieren, ist ein Trugschluss.
Tiefer Schmerz und große Traurigkeit können auch stumm sein. Trauer ist eine intensive Erfahrung und Kinder können dieses Gefühl auf sehr unterschiedliche Weise ausdrücken: Durch vermehrte Aktivität oder im Gegenteil, mit auffälligem Rückzug.

Bei Tod und Trauer Kindern offen begegnen

Kinder können viel mehr verarbeiten und verstehen als wir gemeinhin glauben.
Deshalb ist es wichtig, auch schon einem kleinen Kind offen und ehrlich hinsichtlich Tod und Trauer zu begegnen und zwar dem jeweiligen Alter entsprechend. Das hilft dem Kind, sich mit der Realität des Todes auseinander setzen und abfinden zu können. Es ist also sinnvoll über das Geschehene zu sprechen und dabei auch Begriffe zu benutzen, die das Ereignis beschreiben, wie "er ist bei einem Unfall gestorben" oder "sie ist an einer schweren Krankheit gestorben".

Es ist nicht unnormal, wenn ein Kind den Tod eines nahe stehenden Menschen leugnet, ihn nicht zur Kenntnis nehmen will. Der mit dem Geschehen verbundene Kontrollverlust ist zu schmerzhaft - und deshalb ist es gar nicht passiert! Dem Kind die Zeit zu geben, die Realität allmählich begreifen zu können, ist elementar wichtig. Hilfreich und heilsam können Trauerrituale sein. Dabei sind elterlichen Ideen keine Grenzen gesetzt.

Einige Anregungen für Trauerrituale mit kleinen und größeren Kindern:

  •  gemaltes Bild, Bastelei, Brief - dem Verstorbenen für seine große Reise in den Sarg legen
  • Kerzen entzünden - den im Sarg aufgebahrten Verstorbenen besuchen - für ihn beten
  • ein Bäumchen als Symbol des Andenkens pflanzen
  • Papierschiffchen basteln und vom nächst gelegenen Bach davon tragen lassen
  • Rosenblätter auf das Grab streuen

Kinder einbeziehen - niemals ausschließen

Eltern fürchten oft, dass der Anblick des Verstorbenen im Sarg ihrem Kind schaden könnte. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Dem Kind den Anblick zu verwehren ist das wirklich Schädliche! Denn wie soll es verstehen können was der Tod ist, wenn er ihn keines Blickes würdigen darf?
Auch für Kinder gilt, dass die Sinneseindrücke existenziell wichtig sind für die Verarbeitung des Ereignisses. Zur Erinnerung: Leichengift gibt es nicht in den Tagen vor der Bestattung! Ihre eigene Furcht vor demTod müssen Erwachsene ihren Kindern zuliebe da unbedingt einmal zur Seite schieben!

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