- Trauer / Trauerbegleitung -

Menschen in Trauer sind in einer Ausnahmesituation. Sie sind sich selbst fremd. Sie fallen mit ihren Gefühlen ins Bodenlose. Sie verlieren den Bezug zum Leben, zu anderen Menschen und zu sich selbst.

Umso wichtiger ist es für Angehörige gestorbener Menschen, dass sie mit ihrem Schmerz angenommen und so akzeptiert werden, wie sie in ihrer Ausnahmesituation jetzt gerade sind.

Es ist daher nicht angemessen, als Außenstehende zu erwarten, dass der Zustand des Tieftraurigseins möglichst schnell vorbei und der Trauernde sicher bald wieder "normal" ist.

Die Erwartungen der Anderen machen es Trauernden zusätzlich schwer, sich ganz allmählich an das Weiterleben ohne den geliebten Partner, ohne das geliebte Kind heran zu tasten. Das Leben alleine ist ein fortwährendes Üben – ein Üben des nun veränderten Lebens.

Jeder trauernde Mensch muss seinen eigenen Weg finden, um mit den veränderten Lebensbedingungen,
mit der zerbrochenen Beziehung leben zu lernen.

 

Trauernde Kinder  –  wie gehen Eltern damit um?

Die Kinder einer Familie bedürfen ebenfalls unserer Aufmerksamkeit und unserer Fürsorge, denn sie trauern in ihrer kindhaften Art tief und anhaltend.

Dem toten Opa, der gestorbenen Oma für die letzte große Reise etwas Eigenes zu schenken, ist den Enkelkindern ein großes Bedürfnis. Basteln, malen, dichten, musizieren – je nach Alter und Vorliebe –,
helfen kleinen und großen Kindern sehr dabei, ihre Traurigkeit ausleben und bewältigen zu können.

Wenn Eltern nicht durch falsch verstandene Vorsicht verhindern, dass ihre Kinder den gestorbenen Opa sehen dürfen, werden diese später als Erwachsene natürlicher mit dem Tod umgehen können.

Das Enkelkind darf dem im Sarg liegenden Opa die Hände streicheln, ihm einen letzten Kuss auf die Wange geben und auch ein Geschenk in den Sarg legen.
(Bitte: glauben Sie nicht das Schauermärchen vom "Leichengift"!)

Über das Ereignis des Todes mit Kindern zu reden – immer in der dem Lebensalter entsprechenden Form –
ist sehr wichtig. Das Geheimnis des Todes, die spirituelle Idee des Lebens nach dem Tod, ist ein tröstliches Element. Man kann kleinen Kindern sagen, dass die Oma nun im Himmel ist, und dass das Grab das vergängliche Erdenkleid, nämlich ihren gestorbenen Körper, birgt. Alles andere, was die Oma war – ihre Seele, ihre Liebe, ihre Güte, ihre Wärme – ist nicht im Grab sondern bei Gott, oder auf einer Wolke, oder ist jetzt ein Schutzengel für das Enkelkind.

Großen Kindern braucht man nicht viel erklären. Sie können das Todesereignis ganz anders einordnen als kleine Kinder.

Ich möchte Eltern hiermit ermutigen, ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, den körperlichen Tod als gesetzmäßige und natürliche Folge von Leben akzeptieren zu lernen. Alles was lebt ist vergänglich.